Gütesiegel für Produkte

Gütesiegel können dabei helfen, umweltfreundliche Produkte zu identifizieren. Wichtig ist, dass Sie erkennen können, welches die aussagekräftigen Siegel sind. Unter naBe-Kriterien und Hilfsmittel sind für die einzelnen Beschaffungsgruppen unter "Direktvergabe" die Gütesiegel genannt, die sicherstellen, dass das Produkt umweltfreundlich ist. Nachfolgend sind vier Kategorien an Gütesiegeln beschrieben. Informationen zu einzelnen Gütesiegeln finden Sie in der Gütesiegel-Datenbank „bewusst kaufen“ des BMNT.

Gütesiegel von unabhängigen Organisationen

Aussagekräftig sind in der Regel die Gütesiegel, die von unabhängigen Organisationen für Produkte vergeben werden, die bestimmte Mindeststandards einhalten. Diese Mindeststandards werden in Zusammenarbeit mit Interessensgruppen entwickelt. Zu dieser Art Gütesiegel gehören beispielsweise das Österreichische Umweltzeichen, Blauer Engel, TCO certified (für IT-Geräte) und nature plus (für Bauprodukte). Die ÖNORM EN ISO "Umweltkennzeichnungen und -deklarationen - Umweltkennzeichnung Typ I - Grundsätze und Verfahren" ist  (ISO 14024:2018) legt die Grundsätze und Verfahren fest, die bei der Entwicklung solcher Gütesiegel, die auch als Typ-I-Umweltzeichen bezeichnet werden, anzuwenden sind.

Gesetzlich vorgeschrieben

Manche Gütesiegel sind gesetzlich vorgeschrieben, beispielsweise das EU-Biolabel, das alle verpackten Biolebensmittel tragen müssen, die in der EU produziert wurden. Oder das Energielabel (bzw. Kühlschrankpickerl), mit dem derzeit etwa Kühlschränke, Waschmaschinen oder Fernseher gekennzeichnet sind.

Von Anbauverbänden, Marketingorganisationen oder Kontrollstellen für Lebensmittel vergeben

Im Lebensmittelbereich gibt es besonders viele Gütesiegel. Aussagekräftige Gütezeichen für Lebensmittel sind die Gütezeichen ökologisch wirtschaftender Anbauverbände wie beispielsweise Bio-Austria sowie die Gütesiegel der AMA - das AMA-Gütesiegel (garantiert u. a., dass die Herkunft des Nahrungsmittels zu 100% nachvollziehbar ist) sowie das AMA Bio-Siegel. Darüber hinaus sind die Gütesiegel von Kontrollstellen aussagekräftig, die beispielsweise die Einhaltung der Anforderungen des EU-Biolabels oder darüber hinausgehende Anforderungen von Bio-Austria kontrollieren. Zu diesen Kontrollstellen zählen beispielsweise BIOS oder Lakon.

Vom Hersteller oder vom Handel geschaffen

Unternehmen steht es offen, ihre ökologisch optimierten Produkte mit eigenen Gütesiegeln zu kennzeichnen. Nutzt ein Unternehmen für die Herstellung eines Produkts beispielsweise 50 % Recyclingkunststoff, so kann es das Produkt mit dem Hinweis „Produkt hergestellt aus 50 % Recyclingkunststoff“ kennzeichnen. Bei dieser Art Gütesiegel ist eine gewisse Vorsicht geboten, da sich nicht alle Unternehmen an die Prinzipien halten, die in der ÖNORM EN ISO 14021:2016 für diese Art Gütesiegel festgelegt sind, etwa indem sie das Produkt mit einem dem Begriff „Bio“ kennzeichnen ohne zu konkretisieren, was an dem Produkt genau „Bio“ ist.

Manche Handelsunternehmen haben eigene Gütesiegel entwickelt, mit denen sie Produkte kennzeichnen, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Beispiele dafür sind die Handelsmarken „Ja natürlich“, „Natur aktiv“, „Zurück zum Ursprung“ oder „Ländle pur“. Ein Teil dieser Handelsmarken sieht als Mindeststandard die Erfüllung der EU-Bioverordnung vor, allerdings nicht alle.